Montag, 14. Juni 2010

Rivella nach China, Marco in die Schweiz

Mal eine Frage. WM und so. Ist ja jetzt überall, everywhere und einfach partout "nar dou"!
Aber, klingt das bei euch in der Flimmerkiste auch so, als hätte sich ein millionenschwerer Bienenschwarm darin verflogen?
Kein Jubel. Nur ein konstantes Summen.
BBBBBBRRRRRRRRRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖ

Und Da denkt man sich nichts böses vor lauter Bienen, und plötzlich steht man vor einem Rivella:


Dieses einzigartige Wundergetränkt ist also wahrhaftig in China angekommen.
Dies hat seinen Grund. Die Expo in Shanghai. Dank der kam die Botschaft auch kurzerhand zu Schützengartenbier, welche den Umweg über Peking an die Expo nahm.
Ob Rivella wirklich die Fahne im Land der Mitte aufschlagen kann, wird sich zeigen. Ich wage es im Moment noch zu bezweifeln. Ein kleines, zwei-Schluck-und-weg-Fläschchen ist für satte 25 RMB zu haben. Umgerechnet beinahe 4 Franken. Für einen armen Chinesen wäre das 1/40 von seinem Monatslohn.
Ich könnte mir auch keinen Schweizer vorstellen, der 100 Franken für eine Tasse chinesischen Grüntee hinblättert.
Aber prinzipiell spinnen die Chinesen ja auf alles, was irgendwie mit der Schweiz zu tun hat. Da könnte es schon sein, dass in den Clubs nicht mehr Whiskey/Grüntee, sondern bald schon der "Number one swiss national drink" mit Whiskey serviert wird.

Darauf, dass ich dieses Plakat gesehen habe, überkam mich eine derart grosse Lust nach Rivella blau, dass ich in den Laden stürmte um eines zu kaufen.
Niet!
Nur Rivella rot, kennsch?
Da die Lust absolut nicht zu bändigen war, musste ich handeln. Die Hansa der Lüfte zeigte sich hilfsbereit und fliegt mich morgen ins Heimatland. Nicht etwa nach Zürich, sondern nach Bern, wo ich vom familiären Limousinenservice direkt vors Loch des nächsten Coops gefahren werden sollte, um dort, pfffffttttttt, den Durst zu stillen.
Yes dear!
Ich komme zurück!
Für Ferien!
Und um die CH Nationalmannschaft unter heimatlicher Flagge anzufeuern!
Die werden ja jegliche Unterstützung nötig haben. Bei diesem Gesumme. Ein Wunder, dass noch keine Mannschaft epileptische Anfälle erlitten hat.
Wahrscheinlich feiert Ende Jahr Oropax den grössten Gewinn seit ihrem Bestehen, Rivella versucht es in Afrika und ich werde Chinese.
Das alles und noch mehr hat es mir zugesummt.
Ich brauch mal Urlaub!

PS: Nein, Rivella zahlt mir nichts für diesen Blogeintrag... Nicht einmal ein Rivella gelb!

Donnerstag, 10. Juni 2010

The Internet in China

Existiert Sarkasmus in China?
Eine gute Frage, deren Antwort ich noch nicht genau weiss, aber gestern dieser etwas näher gekommen bin.
Mir wurde nämlich eine Broschüre in die Hände gedrückt mit dem Namen:
"The Internet in China"


Wahnsinnig interessante Lektüre.
Mit null Witz und noch weniger Stil.
Aber bei einem Kapitel, wurde ich aufmerksam.
Kapitel 3
"Guaranteeing Citizens' Freedom of Speech on the Internet"


Youtube gesperrt, Facebook gesperrt, Google zensiert... dies kann man so herunter brechen bis zu den kleinen Fischen wie mir, HELVETIA BLOGS KONFUZIUS GESPERRT!
Und dann haben die Verfasser dieser Lektüre doch tatsächlich den Mumm, da vollen ernstes zu schreiben, ich zitiere, "The internet is given full scope in the news communication field of China. The Chinese government ENCOURAGES and SUPPORTS the development of Internet news (...)"
GLOUBSCH?
Supports? Bitte wie?
Wie genau wird das supported? Denn meines wissens sind die abertausend Mitarbeiter, die täglich nichts anderes machen als das Internet nach kontraproduktiven Wörter gegen China zu durchwühlen, nicht zu unserem Support da.

Ich darf also sprechen, aber jedesmal wenn ich das Maul aufmache, wird mir ein breites, braunes und sehr klebefestes Klebeband übers Mund gekleppt.
Wenn ich es wegreisse, bleibt die halbe Lippe daran kleben. Darum lass ich es doch besser einfach drauf.
PAH, wenn das kein Sarkasmus ist!

Freitag, 4. Juni 2010

DIE Waschanlage

Wie war das nochmals in der Schweiz?
Man bezahlt ein Heidengeld für die Autowaschanlage, und muss je nach Anlage die Hälfte davon noch selber machen?
Quasi einen ganzen Nachmittag hat man dafür einzuplanen, weil man ja eh nur am Wochenende Zeit und da noch manch anderer die gleiche Idee hat?
Nerven muss man auch schon einen Monat früher anfangen zu sparen, da man damit rechnen muss, dass man die Radioantenne vergisst abzuschrauben, die dann sicher von der zu hart eingestellten Bürste abgerissen wird und sie dann, während dem die Maschinerie noch voll am laufen ist und einem zu horenden Preisen den Arsch versohlt, suchen gehen muss.

Nid spinne!

Warum schwierig, wenn es auch einfach geht.
So gesehen in Beijing, China.
Einfahrt zur Waschanlage. Man ist einzig, allein und gleich der Erste. Das aber nicht etwa, weil es keine Autos hätte. Peking beherbergt einiges an Autos, und dazu kommen täglich 1000 neu immatrikulierte. Ä HÄ. Nein, einzig und allein vor dem Tor steht man nur aus dem Grund, weil vor einem alle zackzack abgefertigt werden.
Der Staub, der Feinstaub, der Smog, die zermürbten Fliegen und die Asche werden maschinell abgebürstet.
Man verlässt die Waschanlage und fährt zu den Staubsaugern.
Spätestens hier müssen Frau und Herr Schweizer selbst Hand anlegen.
Frau und Herr Chinese allerdings, müssen nur zum Auto aussteigen.
Zuerst erschrack ich, als ich die 5 köpfige Chinesen-Gruppe auf uns zukommen sah und bin schon nur aus diesem Grund zum Auto ausgestiegen, um mich bereit zu machen zur Flucht.
Diese Gruppe allerdings, hat sich nicht den Auspuff für mich interessiert. Die haben in gewohnter chinesischer Manier, sehr koordiniert und schnell, angefangen das Auto auf Vordermann zu bringen.
Zwei haben getrocknet. Zwei die Fussabtreter ausgeklopft, sowie die Lampen poliert und der Fünfte hat mit der Fusseldüse die Detailarbeit verrichtet.
Gedauert hat es knapp 5 Minuten.
Gekostet 3 Franken.
Für die Antenne ist man allerdings auch hier selbst verantwortlich.

Apropos Auto. Die Automarke VW ist hier ganz dick im Geschäft. Beinahe jedes Taxi ist ein VW.
Und trotzdem hat es sich VW nicht nehmen lassen, zu ihrem deutschen Werbeslogan zu stehen, chinesisch hin oder her.
So kommt es, dass die VW Werbung im TV zwar in Mandarin ist, BIS zum Schluss, wo doch tatsächlich noch eine angenehm deutsche Stimme einwirft:
"Volkswagen, DAS Auto!"