Mittwoch, 16. Dezember 2009

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Rezept für Rückreise nach Hause in die Ferien (hö?!)

Man nehme:
- 4.5 Monate China
- Millionen von Impressionen
- Tausende Fotos
- 48 (+1) Blogeinträge
- Neue Freunde / Alte Freunde
- Etliche Schöpflöffel Vorfreude
- Ein Suppenlöffel Ungewissheit
- Eine Prise Nervosität
- Und ein Return Ticket Beijing - Bern

- Erhitzen sie die Monate in ihrem Kopf und dämpfen sie die Impressionen.
- Sortieren sie die Fotos. Schneiden sie die faulen Partien raus und vernichten diese. Kochen sie die Fotos für ein paar Stunden bis Monate auf und stellen sie sie dann weg.
- Verteilen sie die Blogeinträge auf die neuen, sowie auch die alten Freunde.
- Löschen sie nun die Ungewissheit mit der Vorfreude ab.
- Würzen sie das ganze mit der Nervosität und leeren sie das Return-Ticket darüber.

Die Zubereitung ist sehr zeitaufwendig, aber das Resultat äusserst schmackhaft.

PS: Für meinen CH-Aufenthalt vom 17. Dezember bis 5. Januar wird auch "Helvetia blogs Konfuzius" in den Ferien verweilen.
Geniesst die Ferien, geniesst das Feiern, geniesst die Weihnachtsguezli und lasst uns fett werden.

Freitag, 11. Dezember 2009

Der Mann in rot

Gestern war es soweit.
Gestern hat die Weihnachtsflut definitiv auch die schweizer Botschaft erreicht.
Die sogenannte "Christmas Reception 2009" wurde ausgetragen.

Fast ausnahmslos war die ganze Botschaft, samt Anhang und Nachfahren, vertreten, soviele Leute wie kaum je zuvor, die Botschaftsresidenz war einmal mehr bis zur beinahe Überspannung der Nähten randvoll.

Eine Show mit diversen Artisten stand auf dem Programm, das meiste davon Zauberer, welche Tische schweben liessen und ihre Gesichtsmasken so schnell verändern konnten, dass selbst Hudini sein Zaubertrickkasten zusammengepackt hätte.
Und dann kam er...
Gerade als die Show sich dem Ende zuneigte hörte man seine Glocke läuten und da er solch einen weiten Weg vom hohen Norden bis nach Beijing zurück gelegt hatte wart ihm und seinem Diener gewährt die Botschaftsresidenz zu betreten.

Schweren Schrittes machte er sich auf zur Mitte des Geschehens und setzte sich dort gebrächlich hin.
Seine Stimme liess in jünger scheinen als er war, doch an seinem gemächlichen Sprachgang erkannte man seine über viele Jahre angeeignete Weisheit.




So packte er sein schweres, rotes Buch aus und begann die Kinder, für welche er diesen beschwerlichen Weg in erster Linie zurückgelegt hatte, zu sich zu zitieren.




Die meisten wurden nur getadelt und durften sich mit einem Geschenk aus dem Staub machen, und doch wusste er bei einigen der Sprösslinge auch etwas zu sagen, wo man sich bis jetzt nicht erklären kann, wie er zu solch geheimen Informationen kommen konnte.




Seine Augen scheinen überall zu sein.


Und so verschwand er genau so geheimnisvoll wie er gekommen war, machte sich wieder auf seine langen Weg wohin auch immer.
Wer weiss, ob er die Botschaft nächstes Jahr wieder beehrt?

Allerdings kursieren bereits die ersten Gerüchte, dass es sich bei dieser ganzen Samichlaus-Geschichte um einen riesen Beschiss handelt!

Gewisse "Insider", welche nicht mit Namen erwähnt werden möchten, glauben beobachtet zu haben, wie sich der System Administrator der Botschaft kurz vor dem Auftritt des "Samichlaus" ein paar Gläser Weisswein reingeschüttet hat und dann plötzlich, TROTZDEM die Show noch in vollem Gange war, verschwand.

Obwohl diese "Beobachter" dies nicht mit hunderprozentiger Sicherheit bestätigen können, glauben sie aber den System Administrator während des ganzen Auftritts des "Samichlauses" nicht im Publikum erblickt zu haben, dieser tauchte erst kurz nach der Darbietung "des Mannes in rot" wieder unter Menge (erneut mit einem Glass Weisswein) auf und wurde vorallem am Dessertbuffet auffällig, wie er sich sein kleines Teller randvoll mit Schoggimouse füllte.

AUCH glaubt einer unserer Korrespondenten vor Ort mitbekommen zu haben, wie der Botschafter zu diesem System Administrator hinging und ihm den sehr verdächtigen Satz zuflüsterte: "Donc, on peut déjà vous fixer pour l'année prochaine?", welches der SA dezent mit einem leichten Kopfnicken goutierte.

Noch sind keine Fakten auf dem Tisch, aber wir bleiben dran, damit wir diesen Schwindel mit handfesten Beweisen auf dem Silbertablett servieren können.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Alt B.

Auf einer Botschaft, da läuft man schon ab und an mal in Prominenz rein, ohne es gross zu merken. Oder vielleicht ist Prominenz die falsche Bezeichnung, sagen wir doch: in Leute die etwas erreicht haben.
Oh nein, das geht ja dann wohl gar nicht, würde das also heissen, dass alle anderen nichts erreicht haben, und sind denn diese etwa schlechter als jene von welchen man behauptet sie hätten etwas erreicht, und würden diese von welchen ich jetzt behaupte sie hätten etwas erreicht dann womöglich zur Rechenschaft gezogen werden dürfen, weil ja die Minaretten jetzt mit oder ohne Lautsprecher trotz allem für ein Verbot und gegen Rassismus nicht erbaut erlaubt sind und dies dem Bären Finn, der gestern gemäss 2o Minuten noch im sterben lag, dem es aber heute gemäss SF schon wieder viel besser geht, schwer auf den Magen schlägt, obwohl ja plötzlich im Chalet von Polanski in Gstaad die Lichter brannten, dieser aber noch gar nicht hätte sollen dort sein dürfen, da ja der Hirschmann jetzt am Pranger steht?

Pardon, da ich ja sonst keine Probleme habe, produziere ich eben etwas viel Lärm um nichts!

Wie dem auch sei, auf einer Botschaft hält man wirklich zwischendurch mal Leuten die Türe auf, die Rang und Namen haben.
Hier einem Oberst, dort einem Staatssekretär, da einer Ministerin.
Und so dann kürzlich, gerade als wir die Botschaft zum Mittagessen verlassen wollten, erklang eine tiefe, massige Stimme hinter uns, wie von einem Bär, der gerade das Sprechen erlernt hat und sich aus seiner mehrjährig bewohnten und gemütlichen Bärenhöhle zum ersten mal etwas vor die Haustüre wagt:
"Guete Tag mitenand, chöit dir mir säge wo mä da zur Residenz chunnt!"
Und es war niemand geringeres als Alt Bundesrat Samuel Schmid.
Der kam mal auf Besuch, einfach so, ganz lescheer.

Vor ein paar Tagen hab ich hier einem wunderschönen Spruch lauschen können, und obwohl dieser jetzt genauso wunderschön, wie der Spruch selbst, auf Bundesrat Schmid zutreffen könnte, hat der wirklich genau so wenig mit Schmid zu tun, wie Minaretten mit der Bleikugel in Finns Magen.

Da steht ein etwas kleinerer Mann vor uns, mit einem umso grösseren Bauch.
Die Kravatte von dem Mann ist ein wenig kurz geraten.
Der einte: "Du, lug mau, däm sini Kravatte isch z'churz!"
Der andere: "*überlegt* Näi... Näi, de Buch isch z'lang!"

Dienstag, 1. Dezember 2009