Freitag, 26. Februar 2010

Und noch ein Feiertag, den man zu feiern mag

Das laternen Festival steht vor der Tür.
Mit diesem Fest, wird quasi das neue Jahr besiegelt.
Zum Glück!
Den entgegen meinem Bericht vom letzten Sonntag, haben trotzdem noch einige Chinesen paar Feuerwerkskisten gefunden und diese, verteilt über die ganze Woche, mal um 11 Uhr nachts, mal um 1 Uhr morgens und als krönendes Highlight, heute um 3 Uhr morgens abgefeuert.
Direkt vor meinem Fenster!
Inmitten von Häuserblöcken, welche sich einmal mehr als gute Lärmverstärker herausgestellt haben!
Happy New Year, zum achhundertundsechsundfünfigsten Mal!!!
XIN NIAN KUAI LE!!!!!
Zwei Szenarien habe ich mir dazu vorgestellt. Ein alter Chinese, alleine (oft habe ich das so beobachtet), entdeckt sein Kind wieder in sich, schleicht sich in der Nacht aus dem Haus um die übrig gebliebenen Kisten zu zünden. Bravo Opa!
Anderes Szenario, der Verkäufer am Feuerwerksstand, wollte seine unverkauften Kisten nicht verfallen lassen und feuert sie zu guter Letzt selbst ab. Bravo Panda Fireworks!

Aber eben, laternen Festival, das werde ich nicht in Beijing zelebrieren. Sondern ganz wo anders. In einer anderen Stadt. Gerade liegt der LP vor mir aufgeschlagen und ich lese beschreibende Zeilen wie "Ein Schuss Adrenalin", "diese Stadt erhöht den Puls".
Multikulturell und international kommt sie daher. Sie liegt am Meer. Dort ist es warm. Bei pensionierten Piloten ist sie eine Legende und in unzähligen Filme spielt sie die Hauptrolle. Eine von Micky Mauses Residenzen liegt dort und viele Wahrsager warten, um einem die Zukunft zu propheizeien, die man hören möchte.

Yes dear, ich gehe 3 Tage nach Hong Kong!
Mal schauen, ob die dort auch noch so hartnäckig zum Feuerwerk greifen wie in Beijing. Und wenn nicht für die Luft, dann sicherlich für die Sinne.

Sonntag, 21. Februar 2010

Pekinger Spuk

Ja, ich bin ein lausiger Kollege.
Leider kann ich mein Versprechen nicht einhalten und hier ein Video publizieren. Es ist zu gross und um es zu schneiden, bin ich zu faul!
Tragisch.
Noch viel tragischer ist, somit bleibt dieses bewegte Bildmaterial nur für Fazebockler zugängig. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Allen anderen Interessenten ohne Fazebock-Konto, werde ich es dafür bei Gelengeheit dann live nachspielen.

Wenn ich jetzt meine Ohren spitze und durch den alltäglichen Lärm der Stadt versuche hindurch zu horchen, dann höre ich nur noch Stadt. Ganz selten vielleicht noch ein weit entferntes "plop" einer letzten Rakete, die ihren Weg in den Himmel sucht.
Neujahr ist vorbei.
Der Spuk ist vorbei.

Apropos Spuk:
Ich glaube im Kempinski spukts!
Speziell in meinem Apartement. Immer in der Nacht fangen meine Schränke verdächtig an zu knarren und ich fühle mich ungemütlich beobachtet. Ich vermute, dass in meinem Apartement vor langer Zeit mal jemand gestorben ist, oder dass die Ureinwohner Pekings, welche ihr Hutong-Heim aufgeben mussten, aus der Gegend vertrieben wurden um Kempinski Platz zu machen, noch die Gäste etwas schikanieren wollen.
Neinnein, ich spinne nicht. Ich habe ein Beweisfoto sogar. Letzthin ist nämlich einer dieser Geister in unseren Teich gefallen und ist dort eingefroren.


Links unten sieht man ihn, sie, es noch krumm lächeln.
Vielleicht hat sich der Geist auch absichtlich zurückgezogen, um dem Lärm Neujahrs zu entgehen. Aber da dieser Spuk ja jetzt vorbei ist, wird wohl der andere Spuk wieder anfangen.
Ich mach schon mal den ungezündeten Thönder neben meinem Bett parat!

Mittwoch, 17. Februar 2010

Das Gebrüll des Tigers

Dumpf hört man sie in der Ferne.
Währenddem ich diese Zeilen schreiben sind sie immernoch deutlich zu hören, die Feuerwerksraketen.

Eines muss ich hier in Beijing noch lernen. Ich muss lernen in Superlativen zu denken. Und ich muss lernen, dass wenn mir jemand erzählt der schon ein paar Jährchen in Beijing lebt, Neujahr sei wie Krieg, dass diese erfahrenen Bewohner nicht übertreiben.

Chinese New Year IST wie Krieg!

Das ganze dauert ja auch jetzt noch ein paar Tage an, aber quasi der Hauptknall war vom letzten Samstag auf Sonntag.
Wir wollten natürlich spüren wie es tut und machten uns gegen Mitternacht auf ins Stadtzentrum. Per Taxi, was zu diesem Zeitpunkt eine absolute Rarität war.
Schon auf dem Weg in die Stadt fuhren wir an unglaublichen Szenen vorbei. Inmitten von 10 Stockwerk hohen Wohnblocks wurde Feuerwerk gezündet.
Und jetzt müssen wir mal Feuerwerk etwas genauer definieren.
Also als erstes, vergesst das schweizer Zeugs vom 1. August. Das würden die Chinesen nicht einmal in ihrem Schlafzimmer zünden. Die erste Devise lautet, umso lauter, desto besser!
Zweite Devise, ists billig, gibts mehr, also wird nur die billig hergstellte, unzuverlässige Knallmarchandise gekauft.
Und genau diese wird dann zwischen den Wohnblocks abgefeuert.
Aber was sag ich da, zwischen den Wohnblocks ist ja geradezu sicher, im Vergleich zu all den anderen Abfeuerstellen.

Auf der 4 spurigen Schnellstrasse wurde auf uns geschossen! Wir Touristen natürlich schwer beeindruckt und auch ein wenig verängstigt. Würde man nicht wissen, dass ein Feiertag ist und einfach so aus dem Frieden nichtsahnend zur Neujahrfeier in China ankommen, man würde das Land entweder schnurstracks wieder verlassen und beim EDA eine Reklammation platzieren, weshalb auf der Länderempfehlungsliste China als sicher eingestuft wird, oder man würde die illegal importiere Knarre mal entsichern.
Der Taxifahrer hingegen nahm das alles sehr gelassen. Zwischendurch huschte sogar ein Lächeln über sein Gesicht, speziell dann wenn ein besonders lautes Teil in unmittelbarer Nähe in die Luft ging, oder er gar über soeben gezündeten Dynamit fahren durfte.

Heil beim Hohai-Gebiet angekommen, paar Minuten vor Zwölf.
Der Lärm war bereits da Ohrenbetäubend. Doch es kam schlimmer. Punkt Zwölf wurde aus Lärm Krach, Tinitus-heraufbeschwörender Krach. Überall, 360 Grad um uns herum wurde ALLES gezündet was China zu bieten hatte.


Ich hab ja die Weisheit nicht mit Löffeln gelöffelt und es wirkt komisch wenn ich junger Schnösel sage, so etwas habe ich in meinem ganzen 26,5 andauernden Leben noch nie gesehen.
Doch es ist so, so etwas habe ich wirklich "miner läbtig no niä gseh"!!!

Die verbale Verständigung wurde unmöglich. Rechts von uns wurde ein Zuckerstock gezündet. Aber neinnein, nicht so ein gemütliches Ding für Kinder ab 4 Jahren, oh nein, ein lauter Knallzuckerstock, der mindestens 10 Stockwerke in die Höhe schoss.
Vor uns entflammte eine Feuerwerkskiste, welche so gross war wie 4 10er Gascho-Bier aufeinander gestelllt.
Links von uns Raketen, welche die gewünschte Höhe nicht ganz erreichten und noch so halb glühend auf uns herunterfielen.
Und auf dem See wurde ebenfalls wildes Geböllere lanciert, allerdings meist in der horizontalen, statt in der vertikalen und einer der Feuermeister brach zu einem Zeitpunkt gar durch das Eis und landete im Wasser, konnte aber glücklicherweise heil geborgen werden.

Und von wegen Sicherheitsabstand, wo man bei Feuerwerk made in Swisölän' dank der langen Zündschnur gemütlich Zeit hat um im Spaziergang auf 10 Meter Distanz zu kommen, reicht es in China bei vollem Spurt vielleicht für 2 Meter. Aber spielt ja eigentlich auch keine Rolle, denn bei so vielen Leuten gibt es sowieso keine Chance, dass im Umkreis von 2 Meter niemand steht.
Was solls, Augen zu und zünden.

Als uns die Rohre regelrecht um die Ohren flogen, entschieden wir uns dafür in einer Bar ein wenig Sicherheit und Scheiben zwischen uns und Bagdad zu suchen.
Obwohl es jährlich viele gibt, haben wir zum Glück keine Unfälle gesehen. Am meisten gelitten hat wohl einmal mehr die Atmosphäre. Nicht auszumalen ist die grobe Verpestung der Luft durch all das Schwarzpulver und den Schwefel.


Und das was einmal Feuerwerk war, dass wird sowieso einfach zurück gelassen. Irgendeiner räumts dann schon weg.

Nach diesem unvergesslichen Erlebnis habe ich mich jedenfalls entschieden, der Unwelt und meinen Ohren zu liebe, den als Geschenk erhaltenen "Thönder" noch etwas ruhen zu lassen.

In dem Sinne, WELCOME TO THE YEAR OF THE TIGER!
Der Tiger hat sich eingebrüllt, und zwar mächtig.

PS: Ihr denkt ich übertreibe? Ihr glaubt mir nicht?
Euch sei vergeben, ich hätte es mir auch nicht vorstellen können.
Aber wir haben es gefilmt. Film folgt, nur auf diesem Blog versteht sich (und auf Facebook)...

Samstag, 13. Februar 2010

Bangkok Sling

Visit is over!
Bangkok is over!
Sehr traurig. Es war das erste Mal, dass ich Bangkok touchierte, ohne meine Reise weiterzuführen. Aber es hat sich gelohnt., Und wie!

Erstes Ziel wurde von der Landung, bis zum Abheben der uralten Air China Machine, erfüllt: Wärme tanken.
Das andere Ziel wurde kurz darauf ebenfalls erreicht, nämlich meine zwei Freundinnen zu treffen, Luisa und Jasmin, welche mich netterweise zum Schluss noch an ihrer 1 monatiger Reise durch Thailand teilnehmen lassen liessen.


Danach wurden sämtliche weitere und noch einige Bonusziele wie mit dem Fliegenklatscher im Mückennest getilgt.
Unzählige Tuk-Tuk fahrten, etliche Chang Beers, viele lang ersehnte warme Sonnenstunden, wunderschöne Buddhas in allen Positionen, Gelächter bis die Tränen kullerten, verrückte Märkte, zähe Verhandlungen, Shoppingspaziergänge, Apéros mit UNO, kulinarische Gerüchehighlights für die Nase, Durian und Chicken-Cashewnut.
Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, aber 4 Tage lang nur so!

Ein Highlight möchte ich aber hier mit dem Leuchtstift in Neonfarbe hervorheben.
Die Sirocco Sky-Bar.
Mit dem Lift gehts in das 63ste Stockwerk des State Towers. Die Türen öffnen sich und man wird in einem 5 stimmigen Chor mit einem herzlichen Sawadee begrüsst. Durch eine Glasfront schreitet man hinaus auf die Terrasse. Vor sich eine königliche Treppe, die von der Kuppel weg hinunter in ein Edelrestaurant und dahinter am äussersten Zipfel des Wolkenkratzers, zur runden Sky-Bar führt (der Ort ist so heilig und einmalig, dass es nicht erlaubt ist Fotos zu machen).
Ganz galant schreitet man die goldige Treppe hinunter, wird pro Absatz von einem Angestellten freundlich auf diesen aufmerksam gemacht und geht so seines Weges an die Theke in schwindelerregender Höhe unter freiem Himmel.




















Auf 220m ist der Ausblick auf die 7 Millionen Einwohner erfassende Stadt schlicht überwältigend. Nur gerade ein wenig Plexiglas auf Elbogenhöhe hält einem davon ab herunterzufallen. Die Welt erscheint ganz klein und man selbst fühlt sich in diesem dicht besiedeltem Gebiet sehr alleine. Ein mächtiges Gefühl. Und mit einem "Singapore-", oder eben "Bangkok-Sling" in der Hand, noch viel pompöser.
Superman und Batman würde sicherlich ihre Dates in dieser Bar abhalten, mit ständigem Überblick über die Situation und wenn nötig mit einem Sprung im Geschehen.

So endete dieser 4 tägige Aufenthalt an der Sommertankstation leider auch schon viel zu schnell wieder. Meine lieben Freunde musste ich zurück in die Arme von Mutter Helvetia lassen und ich zurück in die Mitte. Alles nur mit hart erhandelten neuen Utensilien versteht sich, welche den Abschied etwas erleichterten.

Heute wird Chinese New Year eingeleutet. Vom Lärmpegel her sei es wie Krieg, sagt man. Mir selbst wurde auch schon eine Dynamitstange in die Hände gedrückt um meinen Beitrag dazu zu leisten.
Mal schauen.
Und wenn es mir zu laut wird, verkrieche ich mich dann in den Fotos von Bangkok.

Sonntag, 7. Februar 2010

Der Flüchtigam

Was haben wir nochmals für ein Datum heute?
Der 7. Februar, oder?
Und somit war gestern der 6. Februar, auch richtig, nicht?

Ich bin drum "s bizeli vrwirrt"!
Gestern spazierten wir in so einer Shoppinggegend umher. Es war kalt. Es war dunkel. Voll der Winter. Und dann plötzlich säuselt mir Chris Rea "driving home for christmas" ins Ohr.
Ich hebe meinen Kopf und bemerke, dass ich unter einem Baum stehe und der es auf mich hinunter schneien lässt. Natürlich alles künstlich und nur in Form von Licht. So schauen wir uns um und realisieren erst da, dass wir uns mitten in einer winterlichen Weihnachtswelt befinden.
Am 6. Februar!!!


Laute Weihnachstlieder grölen verzerrt durch die Lautsprecher, geschmückte Weihnachtsbäume überall, und am Eingang der zelebrierende Slogan "Merry Christmas 2009".
Entweder ist der Dekorateur dieser Shoppingmeile dem Glühwein erlegen, oder noch im Winterschlaf und der ganze Krims-Krams wird erst im April aufgeräumt.


Am Schluss fing es auf all das künstliche, noch richtig zu schneien an und die Stimmung war perfekt.
Somit sind wir wieder da, wo wir schon vor einem Monat waren. In der Kälte. Lange Unterhosen. Termounterhemden.
Auf diesen Jahreszeitenschock, habe ich mich entschieden an die Wärme zu flüchten.
Und zwar heute noch!
Ich geh nach Bangkok. 4 Tage. Air China fliegt mich.
Freunde sind sowieso dort, also nehme ich meine Chance wahr und gehe etwas warme Grade tanken.

Zai Jian, oder dann eben Sawadee-kap!

Ps: Merci Katharina für den Tipp!

Donnerstag, 4. Februar 2010

Die Beförderung (mit Musik)

Ich habe eine Ansage zu machen.
Dazu brauchen wir mal wieder DEN TROMMELWIRBEL!!!
*tttrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

Eine Schande, dass man Text nicht vertonen kann. Das müsste irgendwie gehen. So wäre es möglich dem geschriebenen noch etwas mehr Grammatik... eh... Dramatik zu verleihen.
Aber ich bin sicher, sollte es mal erfunden werden, so wäre es auch sogleich bei etlichen Autoren verpöhnt, pah, das ist doch nur für diese jungen, möchtegern Autoren, die mit Worten alleine nicht genügend Spannung aufbringen können. Lächerlich.
Gut, ich gestehe, gerne würde ich auf diese Unterstützung zurückgreifen, Möchtegern-Autor hin oder her, geschrieben oder gelöscht.

Eben...
*ttttrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

Ah noch etwas: ein Blog ist nicht zum jammern da, oder?
Trotzdem, ich muss kurz, ich bin nähmlich in den Röschtigraben zwischen gesund und krank gefallen. Der Ort heisst mudrig. Ganz ein mühsamer Zustand. Und hätte ich das vor 4 Monaten geschrieben, dann käme jetzt die Panikwelle "mein Gott, DU HAST DIE SCHWEINEGRIPPE!"
Nein habe ich nicht, die hatte ich schon, und ich lebe und arbeite noch. Nun habe ich wahrscheinlich sonst irgendetwas chinesisches, und das ist als Ortsbezeichnung und als Adjektiv gemeint.

Fertig gejammert...
*ttttrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

Wir hatten diese Woche hohen Besuch. Mal wieder.
Und dieser hohe Besuch hat mich befördert. Meine erste Beförderung überhaupt. Und alles was ich sagen musste war, "Ja, ich will".
Und nein, ich wurde nicht zum Ehemann befördert, sondern zum
*TTTTTRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR*

!!!SYSTEM ADMINISTRATOR OF ALL CHINA!!!

Dies ist kein offizieller Titel, den habe ich mir selbst gegeben. Aber unter dem Strich, bringts der ziemlich genau auf den Punkt, was ich jetzt bin.
Demnächst mache ich also Geschäftsreise nach Shanghai? Guangzhou? Hong Kong? Dort wos halt dann eben brennt. Viele Reisen werden es auch nicht werden, denn nur der erste Besuch auf unseren Konsulaten wird von unserer Botschaft quasi spendiert. Alles was danach kommt, müssen die Konsulate aus dem eigenen Sack grübeln.
Aber immerhin, ich bin stolz und fühle mich geehrt im Namen der Schweiz und auf Kosten unserer einbezahlten Steuern, dem EDA zu einer besseren Funktionalität zu verhelfen.

*zweipompösepaukenschläge*