Montag, 10. Januar 2011

Wir sind umgezogen!!!


Lieber Leser,


Wir sind umgezogen!

Samt allen Artikeln, Erinnerungen, euren Kommentären und Mailadressen. Blogger hat uns gute Dienste geleistet. Und trotzdem verlässt "Helvetia Blogs Konfuzius" diese Seite. Mehr darüber unter folgender Adresse und nur unter folgender Adresse und zukünftig immer nur noch unter dieser Adresse:




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再见 Blogger, 你好 Wordpress!

Montag, 3. Januar 2011

Anders gefeiert!

Und schon sind wir bei Tag 3 angelangt.
Unglaublich.
Noch unglaublicher die Tatsache, dass mein Flieger in zwei Wochen Richtung Schweiz geht.
Oder wie es der Doc aus "zurück in die Zukunft" ausdrücken würde:
GREAT SCOTT!!!

Ja, diese Filme haben wir uns auch mal wieder gegönnt.
Noch bevor Weihnachten, welches mit Plastikbäumchen und Raclette, und Käse importiert aus Frankreich, reibungslos über die Bühne ging.
Die Tatsache, dass ich seit ich mich erinnern kann, mir immer eine weisse Weihnachten gewünscht habe, und nun ausgerechnet die einzige Weihnachten in meinem Leben, die ich nicht zu Hause verbringen kann auch noch weiss sein sollte, erstickte ich schlicht im pekinger Nachtleben.
Ja, die letzten beiden Wochenenden waren vorallem eines: laut! Laut und untraditionell!




Aber widmete ich meine letzten Tage im 2010 nicht nur dem Anstossen und der Vorstufe zum Ohrenschaden.
Nein, auch kulturelles sollte nicht zu kurz kommen.

Riverdance, die über die Bühne fliegenden Irländer waren zu Gast in Beijing.
Und trotzdem, dass in Beijing der Charme solcher Shows oft etwas verloren geht, da sich der Chinese nicht speziell herausputzt für solch einen Anlass und eigentlich durch die ganze Show immer ein bisschen ein Kommen und Gehen herrscht, war das Spektakel spektakulär.
Ich glaube von allen Erfindungen und Versuchen, kommen diese Tänzer dem Traum vom Fliegen wirklich am nächsten. So schnell wie die mit ihren Beinen zabbeln, heben sie definitiv beinahe ab.

Ins neue Jahr buxierten uns dann diverse DJs. Wie schon im Sommer einmal, wurde auch für Neujahr ein Fabrikgelände umfunktioniert zu einer Partyzentrale. Innerhalb dieser Bachsteinwände wurde somit mächtig getanzt.
Nicht genug kriegen vom der Früh des ersten Tages im neuen Jahr, brachte uns ein waghalsiger Schwarztaxifahrer, sämtliche Rotlichter missachtend, zum lokal Matador Elvis T.
Einer der DJs die der Gruppe Acupuncture angehören.
Und dieser Junge wurde mir jetzt schon ein paar mal zum Verhängnis. Denn sobald der in die Gänge kommt, dann gibts kein Bremsen mehr. Man wird vom Rhythmus davongetragen, bis er aufhört zu spielen. Vorher existiert die Option "nach Hause gehen" wie nicht. Und auch er hört erst auf, wenn die anderen schon bald wieder bereit sind von neuem anzufangen.

Fürs neue Jahr einzuläuten, kam ich bereits meiner Grundidee von diesem Jahr nach, nämlich das Land China zu bereisen.
So, einer Einladung nachkommend, besuchte ich die Nachbarstadt pekings: Tianjin.
Wie so oft hier, machen die Städte einen etwas unscheinbaren Eindruck aufs erste. Industriell wirken sie, und etwas gar funktional, und wenig herzlich.
Beim zweiten Blick jedoch, wagen sich Überraschungen zu zeigen, die man kaum erwartet hätte. So gesehen in eben diesem Tianjin, welches doch wahrhaftig über ein italienisches Quartier verfügt. Oder ein Museum, welches aus lauter Keramiksplitter, zusammengetragen aus ganz China, besteht.
Und irgendwie hat es doch was idyllisches, wenn da auf dem sich durch die ganze Stadt ziehenden, gefrorenen Fluss Eisfischer und Schlittschuhläufer der Kälte trotzen.


Um diesen chinesischen Kulturtag noch ins Extreme zu ziehen, fand ich mich plötzlich in einem Kino wieder, wo ein chinesischer Streifen gezeigt wurde.
Sprache: chinesisch.
Untertitel: chinesisch.
Zum Glück war es ein "Scary-movie", welche ja selten mit anspruchsvollen Geschichten auftrumpfen. Und es ist weniger der Sprache, als vorallem der plumpen Machart vorzuwerfen, dass der Film was einschläferndes hatte.

Mit über 300 Sachen brachte mich dann der Zug zurück nach Beijing. Hier, wo der dritte Tag im neuen Jahr bereits langsam eindunkelt.
Bin gespannt was das neue Jahr bringt. So würdig wie wir 2010 verabschiedet haben, haben wir 2011 angefangen. Und jetzt ziehen wir das einfach weiter so.
Dazu später mehr und immer wieder auf Helvetia Blogs Konfuzius.

新年快乐!!!

Freitag, 24. Dezember 2010

Ein Schiss zu Weihnachten

Wunderschöner Titel nicht wahr.
Da wird einem so richtig warm ums Herz und man kommt in feierliche Stimmung.

Man könnte eigentlich meinen, da Weihnachten in China nicht gross gefeiert wird, somit auch kein Geschenkestress herrschen würde. Das gilt leider nicht für die Hotels. Diese haben es sich zum Sport gemacht, ihre Kunden mit Geschenken zu überhäufen. So wird auch die Botschaft mit Geschenken von Hotels wie dem Westin, Kunlun, Landmark und Kempinski zugedeckt.
Diese fallen meist ganz traditionell aus. Dabei sind Kalender, Agenden und vorallem Süssigkeiten. Eher unpassend war mein privates Geschenk, welches ich vom Kempinski überreicht bekommen habe. Ein Gartenzwerg verkleidet als Nikolaus, gloubsch?
Da ich weder Garten, noch Balkon habe, wird das Teil dann wahrscheinlich zum chinesischen Neujahr einem Knallkörper zum Opfer fallen.
Den Vogel abgeschossen hat jedoch dieses Jahr unser Landsbruder das Swissôtel.
Diese haben uns einen Schiss geschenkt:


Dieses Häufchen sieht nicht nur so aus wie verdaut und abgeführtes, sondern riecht auch noch so. Die Idee, dass nun jeder Mitarbeiter des Swissôtels zum Spass sein Geschäft in so ein Plastikbecher hat machen müssen, um ihren Kunden eine kleine Aufmerksamkeit unters Bäumchen zu setzen, war dann doch etwas gar abartig. Also gingen wir der Sache nach. Und zwar an direkt an der Quelle.
Wir wurden vom Swissôtel informiert, dass es sich bei dem Schiss um eine englische Spezialität handelt. Ein Pudding, der mit Vanillesauce übergossen, als ein Fest für den Gaumen bekannt sei. Paradoxerweise sei diese Spezialität am besten, wenn der scheiss Pudding warm sei.
Keine Ahnung ob das stimmt. Vielleicht kann uns dies ja unser Korrespondent in London bestätigen.
Jedenfalls anschaulich ist das Häufchen nicht.

Alles andere als abführend war der diesjährige Auftritt des Samichlaus.
Der hat übers Jahr hinweg einen neuen Schmutzli gecastet, welcher für Angst und Schrecken bei den Kindern und nicht wenigen Erwachsenen sorgte.
Gar der Botschafter fand "il est sensationel ce Schmutzli!"
Der "punishing companion", wie die akurate englishe Übersetzung des Schmutzli lautet, unterliess es jedoch ein Kind zur Strafe einzupacken und bestrafte sie nur mit seinem bösen Blick.
In dem Sinne wünschen euch nun Samichlaus und Schmutzli eine gloriose Weihnachten.
Möge der Pudding dünn ausfallen und die Festmähler umso dicker!

Montag, 20. Dezember 2010

Heisser Topf und chinesisches Fondue

Dieser Blog schreibe ich aus zwei Gründen.
Erstens, ich möchte eine Aussage aus dem letzten Blog revidieren.

Zweitens, geht es um den heissen Topf.
Um den "huoguo".
Den Hot Pot!


Wer ihn nicht kennt, der wird sich denken, wahrscheinlich wieder so ein abartig, chinesisches Ding, mit lauter Schlangen, Hunden und herumkullernden Augen drin.
Um ganz ehrlich zu sein, kann ich die genannten Zutaten nicht einmal ganz in jeder Ecke Chinas ausschliessen. Aber mit ziemlicher Sicherheit behaupte ich nun, dass jeder schon mal so ein Gericht probiert hat.

Gerade jetzt zur Weihnachtszeit nämlich äusserst populär: das "Fondue chinoise".
Der Hot Pot an und für sich nichts anderes. Nur vielleicht dass das "hot" in seinem Namen nicht unbedingt nur für seine Temperatur stehen muss.
So probiert letztes Wochenende. Wir besuchten die bekannteste Bude die Hot Pot serviert, und es klingt ausgesprochen fast ein wenig schweizerisch. Wir besuchten das "Haidilau".
Reservationen werden nur bis 6 Uhr angenommen, danach ist das Restaurant auf 3 Stockwerken hoffnungslos ausgebucht.
Gäste warten bis zu einer Stunde, oder wenn sie Pech haben noch um einiges länger. Dies nehmen sie aber nicht nur wegen dem tollen Essen einfach so hin, sondern weil ihre Wartezeit auch schön überbrückt wird. Denn ihnen werden diverse soziale Spiele mit einem kleinen Apéro vorgesetzt.

Am pinkig, flauschigen Geländer entlang wurden wir also zu unserem Tisch im dritten Stock geleitet. In das Loch in der Mitte des Tisches wird ein in zwei Partien geteilten Topf gestellt. Eine hälfte Hot, dass gar ein Drache eine Gurke neben dem Teller bereit legt und die andere Hälfte sanft um die Engel singen zu lassen.
Es folgen unzählige Zutaten. Gemüse, Nudeln, FleischFleischFleisch, Tofuhaut (erstaunlich lecker), Pilze und unbekanntes Zeugs.
Die Nudeln werden übrigens von einem Nudel-Meister direkt vor dem Tisch vorgefertigt. Wie ein Pizzaiolo schwingt er den Teig durch die Lüfte, tanzt mit der Nudel bis sie am Schluss so lang ist, dass er damit Seilspringen könnte. Was er auch fast macht und wenn er dürfte machen würde. Mit all den aufgelesenen Zutaten vom Boden allerdings, wäre die Nudel dann wohl gar für den Chinesen zu würzig.

Doch das Highlight in diesem Heidi-Land (aha!), ein Buffet, wo man sich seine eigene Sauce zusammenstellen kann.


Das lässt noch dem grössten Fondue-Chinoise Fanatiker ein Sabertröpfchen den Kinn hinunter kullern.
Wer also gedacht hat, wenn man im Coop eine fertig Packung Fleisch kauft, zu Hause ein bisschen Wasser warm macht und dort dann das soeben aus dem Plastik gehüllte Fleisch drin badet, das sei nun sehr chinesisch gewesen, der... nein, das klingt sehr klugscheisserisch. Fondue-chinoise ist toll.
Aber trotzdem, Hot Pot ist was ganz anderes. Und im Haidiland eh Heidilau (so, jetzt hat es auch der letzte begriffen), nochmals ganz anders als es schon anders ist.

Und auch sehr zu hervorheben im Haidilau: die Bedienung.
Nirgends in Peking wird man freundlicher und zuvorkommender serviert als in diesem Restaurant. Die nächste Stufe wäre, dass sie einem an der Hand durchs Restaurant führen und noch jemand speziell da ist, um mit einer Serviette die scharfe Sauce aus dem Bart zu tupfen. Aber nid spinne! Bereits so ists grandios.
Deshalb, Monty Python war wahrscheinlich einfach im Haidilau und besingt somit die nette Bedienung von dort.
Frohes Hot Pot!

Sonntag, 12. Dezember 2010

I like chinese

Achtung! Nostalgie!

Das Leben spielt ja manchmal in ganz lustigen Tönen.
Ich komme mal wieder beim Thema an: "wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich in so und so viel Jahren, dies und jenes machen würde, hätte ich den Spinner als Spinner deklariert".

Ich bin nämlich hier in Beijing über Rhytmen gestolpert, die ich schon Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, nicht mehr gehört habe.
Und, wie ihr euch ja denken könnt, war dies nicht irgendwelche Musik. Sondern damals, wo ich sie zum ersten Mal gehört habe schon ganz lustig, jetzt aber noch viel mehr zum kaputt lachen.

Monty Python ist ja wohl jedem ein Begriff. Und wem nicht, dem wird hier und jetzt der alt britische Humor gleich schmackhaft gemacht.
Diese Truppe, die einen unnachahmlichen Art und Weise der Komik auf die Bühne gebracht hat, schrieb nämlich ein Lied über die Chinesen.
Ich mag mich gut erinnern, damals in den zarten unverdorbenen Kinderjahren, kaum auf der Höhe auch nur ein Prozent des gesungenen zu verstehen. Und doch, hat dieses Lied schon immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt.
Es war immer eine Freude im Renault Espace durch die kurvigen Strassen der Schweiz zu düsen und das phenomenale Album "Monty Pythons flying circus" zu hören. Und eben dieses Lied, obwohl damals nur die Musik gezählt hat und der Text unverstanden blieb, unvergesslich.



Von der ganzen Familie die jeweils im Auto versammelt war, wird sich zu diesem Zeitpunkt wohl keiner überlegt haben, dass dieses Lied plötzlich noch viel mehr Bedeutung kriegt. Ja keiner wird auch nur im leisesten daran gedacht haben, dass ein Familienmitglied plötzlich in die besungene Kultur katapultiert würde.
Und was am allerwenigsten erwartet hätte werden können ist, dass plötzlich einer der Familie die chinesischen Textzeilen im Lied verstehen würde!

Dieser Teil des Liedes der bei 2:16 startet, sorgte bei unseren Chinesen auf der Botschaft für einiges an Kopfzerbrechen. Niemand wollte recht verstehen, was diese dialektreichen Zeilen in unverständlicher Sprache zu bedeuten hatten.
Nur einer mit unvoreingenommener chinesischer Spracherfahrung, konnte das gesprochenen entziffern. In diesem Falle meine Wenigkeit.

"Wo ai zhong guo ren, wo ai zhong guo ren, wo ai zhong guo ren
Ni hao ma, ni hao ma, ni hao ma, zai jian!"

Was soviel heisst wie:
"Ich liebe Chinesen, ich liebe Chinesen, ich liebe Chinesen
Wie geht es dir, wie geht es dir, wie geht es dir, auf Wiedersehen!"

Ich will ja nicht blöffen, aber ich könnte das ganze natürlich auch in chinesischer Schrift niederschreiben.

Okey... überredet:
"我爱中国人,我爱中国人,我爱中国人
你好吗, 你好吗, 你好吗, 再见!

Übrigens das Lied authentischer, als es der zynische Humor der Briten sich denken lässt.
Ausser der Teil mit der Bedienung in den Restaurants, das war einmal.
Und dass nebst dem, dass die Chinesen nur bis zu unseren Knien reichen, ebenfalls der grösste Mensch aus China stammt, ist ein Detail und rüttelt nichts daran, dass dieses Lied ein unvergesslicher Klassiker ist.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Das Bersten der Flaschen

Liebe Freunde,

Dies wird der erste Blogeintrag sein, der lediglich informativer Natur ist.
Also bitte aufmerksam lesen!

Weihnachten naht. Ja was sag ich da, Weihnachten steht vor der Tür! Mit der Hand bereits an der Klingel!
Da es dieses Jahr nicht hat sein sollen, dass ich über die Feierlichkeiten in die Schweiz fliegen darf, hat es, oder wird es, einige von euch dazu bewegen, was eigentlich unter dem Bäumchen hätte sein sollen, mir dies auf die Post zu tun.
Das ehrt mich ausserordentlich. Dieses Zeichen davon, doch noch nicht ganz vom Schlund der Vergessenheit aufgesogen worden zu sein, freut mein Herz und beflügelt es zu Freudentänzen.

Aber möchte ich euch ein Bespiel geben, dass trotz Diplomatenkurier längst nicht alles in den fernen Osten gelangen kann.
Diese Erfahrung musste mein langjähriger Freund Sandro Leoni letzte Woche machen. Seine grandiose Idee war es, mir ein ganzes Fondue-Set nach China zu schicken. Das Paket ausgestattet mit Gaquelot, Weisswein und Kirsch, komplett bereit um den chinesen den schweizer Winter schmackhaft zu machen.
Doch der Bund mit seinem Kurier schert sich wenig um sensationelle Ideen.
Die Folge war eine Mail, von einem Mann mit Namen 'Grand Remy'. Obwohl ich im ersten Moment dachte, jetzt hat mir ein Cognac eine Mail geschrieben, wurde ich schnell von dieser Überraschung herunter geholt. Dieser Mann mit dem Namen, als wäre er in einem Holzfass im Keller zur Welt gekommen, schrieb mir, dass die Sendung von Herr Leoni nicht zugestellt werden könne.
Der Grund war, ich zitiere:

"Beim Röntgen wurde festgestellt, dass sich eine Flasche mit Flüssigkeiten im Paket befindet. Gemäss Weisung 400-0 dürfen mit unseren Sendungen keine Flüssigkeiten transportiert werden. Die Flasche könnte während dem Transport bersten und sämtlicher Inhalt würde durch das Auslaufen beschädigt."

Das ist verdammt ärgerlich!
Dies kein Einzelfall. Bereits ein Paket meiner Mutter, bestückt mit der weltbesten selbstgebrauten Gonfiture, aus dem Hügelkaff Lugnorre, wurde aus dem Verkehr genommen und erreichte das zu bestreichende "Schnitteli" nicht.

Deshalb, solltet ihr vorhaben das Vorhaben mir ein Paket zu schicken, mit Flüssigkeiten zu bestücken, achtet darauf, dass es nicht grosse Flaschen sind.
Kleine Flaschen, so erhalten von Bruder Olivi und seiner holden Danjo, in diesem Fall voller Port, scheinen zugestellt werden zu können.

Und ja, ich weiss, ihr habt das Gefühl beim Bund wird einem alles dem A... A heraufgeschoben. Dies ist leider nicht so. So bezahle ich für jedes Paket über 2 Kilo einen pro Kilo Übergewicht exponentiell ansteigenden Zuschlag.
Obwohl, diesen Punkt könnt ihr eigentlich streichen, den für die Scheste eines solchen Pakets bezahle ich dies noch mit Handkuss, denn die Freude daran ist preislos!

Zusammegefasst also: kein Glühwein zu Weihnachten, kein Dom Perignon zu Sylvester. Sprich, keine grossen Mengen an Flüssigkeiten nach China schicken.

Cheers!

Remi Mart.. eh, Marco

Montag, 29. November 2010

Pick Pocket à la Maroni

Es geht heiss zu und her in Peking.
Und der Titel ist eine wilde Mischung davon, aus zwei unmischbaren Themen.

Ich hab mich ja immer gross eingesetzt, dass Peking wirklich, aber wirklich wirklich, und sehr ziemlich sicher, eine sichere Stadt ist. Bei 16 Millionen Einwohnern (oder sind es jetzt schon deren 17) verdient das Respekt.
Heute dann. Mein lieber Bürokollege kommt mit einer Miene auf die Arbeit spaziert, als wäre über bestimmte Initiativen nicht wunschgemäss Abgestummen worden.
Dann hält er mir seine weissen Iphone Kopfhörer vors Gesicht. Diese bambeln ohne Energiequelle vor mir hin und her.
Sein brandneues Iphone sei gestohlen worden.
Das kann es ja geben. Aber das eigentlich spektakuläre daran ist, dass er mit dem Iphone am Musikhören war (!!!) und es ihm WÄHREND dem Musikhören gestohlen wurde! Gloubsch?
Das ganze geschah bei der U-Bahn Station. Er, des Montag morgens ganz verträumt am Musik hören, plötzlich hört die Musik auf, der Griff zur Manteltasche und Iphone nicht mehr da.
Den Täter auszumachen chancenlos. Keiner rannte davon, keiner blickte verdächtig, oder verlegen drein. Das Iphone mit einem der tausenden Chinesen verschwunden.
Dies kein Einzelfall. Bereits drei genau gleiche Storys, wurde im näheren Umfeld berichtet.
Halt eben doch Grossstadtleben.
Ajajajaj!

Alles andere als heiss scheint es in der Schweiz zu sein.
Die letzten paar Tage erhalte ich lauter Nachrichten aus der Heimat, das der Nikolaus sein Puderdöschen über der Schweiz verschüttet habe.
Das ist natürlich schön und ist euch zu gönnen.
Hier mittlerweile auch A... aha, sehr kalt. Die Teiche sind gefroren und die gelben Bäckchen der Chinesen gerötet.
Trotzdem komme ich nicht in winterliche Stimmung. Da fehlt was. Es zu definieren ist schwer. Irgendwie fehlts in der Luft. Es riecht einfach nicht nach Winter hier. Trotz Nasenhaar zusammen frierender Kälte, riesigen Tannenbäumen aus Plastik und dicken Samichlöisen in jeder Ecke, funktioniert es nicht.
Aber ich bin der Sache schon näher gekommen.

Bei unserem Trip in das staubige Äussere von Peking, wurden wir zum Schluss natürlich auch noch mit Geschenken überhäuft. Dabei war eine Kiste voller "lokaler Dateln", wie sie es so schön beschrieben haben.
Mit aus Erfahrung berechtigter Skepsis, liess ich diese Kiste vorläufig einfach mal liegen. Es braucht jeweils eine gewisse Zeit, bis Stimmung und Mut stimmen, um einen Biss in unbekannte chinesische Spezialitäten zu wagen.
Ich wurde jedoch vorzüglich belohnt. Denn ich zerbiss ein... Maroni.
Ja wirklich!
Genau so solche, wie sie am Zytglogge vom mürrischen Päpu mit Bart verkauft werden.
Göttlich!


Ich hab jetzt also zu Hause eine Kiste Maroni stehen, die unromantisch mit der Mikrowelle erhitzt, mir ein bisschen schweizer Winter in die gute Stube bringen.
Und wer weiss, vielleicht patzt ja mal wieder einer beim Wetterministerium hier in Beijing, und dann klappts ja vielleicht auch noch mit dem Schnee.