Montag, 30. November 2009

Suit up!!! (part 1)

Heute werde ich etwas saugemeines machen.
Ich werde euch vom Swiss Ball erzählen.
Ich werde euch erzählen wie lustig dass es war und wie abartig herausgeputzt wir uns dafür haben und am Schluss, werde ich euch Fotos versprechen, die aber erst morgen kommen werden.
Fies!

Eben, Swiss Ball, elegant und so, etwa die halbe schweizer Botschaft vertreten und noch 300 andere Schweizer und Nicht-Schweizer dazu.
Unser Ziel war es, einen Tisch von 10 Personen zu füllen mit Leuten die auch in einer langweiligen Umgebung Stimmung bringen können.
Es ist uns gelungen. Unser Tisch war mit Abstand der lauteste.
Ob wir so die Schweiz diplomatisch vertreten haben? Nein. Dafür war der Diplomatentisch zuständig. Wir haben die Schweiz und ihre gute Laune vertreten.
Viele revolutionäre Sprüche wurden geboten, die meisten davon von unserem Mann aus Chur, Vize-Chef der Visasektion, welcher, wo ihm am Tisch als erstes ein Glas Wasser vor die Nase gestellt wurde und er eigentlich alles andere erwartete und erhoffte in seinem Glas vorzufinden nur meinte: "Warum Wasser?", oder wie galant er den nicht kleinen Gewürzebündel von seinem Fleisch auf den Tellerrand legte und kommentierte: "Dasch für Küngel!"
Zwischendurch gab es irgendwelche ganz formelle Ankündigungen und Vorführungen, die wir aber irgendwie ein wenig verpasst haben, zu guter Letzt waren wir die ersten und die letzten auf der Tanzfläche, wo gar der Botschafter sich vom Takt mitgerissen fühlte und einige von uns sich bis auf die Knie gehen liessen. Das ich zwischendurch gar einen Preis abgesahnt habe, wurde nebensächlich und der Abend war viel zu schnell um für den Aufwand den wir, allem voran die Frauen (4 Wochen vorher Kleid finden, 3 Wochen vorher mit Kleid zum Schneider zum anpassen, 2 Wochen vorher erneut Kleid anpassen, 1 Woche vorher letzter feinschliff am Kleid, 2 Tage vorher Kleid abholen, am Tag des Geschehens 3 Stunden Coiffure und Schminken), gehabt haben.
Aber es hat sich gelohnt und unsere Frauen waren dann auch wirklich die Schönsten.

Und mit diesem Satz ende ich die Berichterstattung des Balles.

Zur Auflockerung und zum zeigen, dass ich nicht nur am festen bin, mal wieder ein richtig chinesisches Erlebniss.
Am Sonntag bei einem Spaziergang durch den Park just hinter der verbotenen Stadt, war plötzlich ein Chor zu hören.
Aber so richtig!
Viele Stimmen, tiefe Stimmen, schöne Stimmen, es klang wie eine Oper, oder die Proben zu einem neuen chinesischen Filmepos.
Es zeigte sich, dass es die chinesische Version der Heilsarmee war, mit dem Unterschied, dass alle mitsingen, das noch beeindruckend gut und es scheinbar das ganze Jahr über praktiziert wird.

der Dirigent

der Männerchor /der Frauenchor













Ohne Probleme konnten wir uns in die Menschenmassen hineinmischen und der Gesangsqualität lauschen.
Die Chinesen scheinen auch die Gabe zu haben, sich nicht einsingen zu müssen. Nicht nur einmal erschrack ich wie plötzlich ein Chinese hinter mir stand und der ohne Vorankündung und Stimmbandeindehnung inbrünstig anfing zu singen.

Etwas weiter im Park wurde, nebst den Gesängen, noch getanzt und einmal mehr war bewiesen, in Peking muss man nur ein paar wenige Schritte vor die Haustüre machen und man läuft in eine Überraschung nach der anderen.

Mittwoch, 25. November 2009

9 gleich Alkohol

Langsam aber sicher bekomme ich "ein Gespür" für die chinesische Sprache.
Und damit meine ich weder, dass ich es schon verstehen, geschweige denn sprechen kann, nein, ich bin lediglich einen weiteren Sinn am entwickeln um diese Sache zu handhaben.

Das habe ich sicherlich nicht zuletzt meiner chinesisch Lehrerin zu verdanken, welche mittlerweile akzeptiert hat, dass ich schaurig lan (faul) bin und bu chang (nicht oft) zai wo de jia (zuhause) xue xi (lerne) han yu (chinesisch).
Da sie aber hen cong ming (sehr schlau) ist und erlickt hat dass ich feichang cong ming (äusserst schlau) bin, kommt es schon you shi hou (manchmal) vor, dass sie nur chinesisch mit mir shuo (spricht) und ich es sogar ming bai (verstehe), was ja aber auch fast Voraussetzung sein sollte, da ich immerhin yi ge xing qi lai xue xiao lang ci (zweimal pro Woche in die Schule gehe)!

Trotzdem stosse ich immer wieder an Grenzen und bin einfach erstaunt, dass sich die Chinesen so gut verstehen untereinander.
Denn...
Nein moment ich muss etwas ausholen. Ich lerne ja nicht die chinesischen Schriftzeichen, leider... jaja schon gut, irgendwann dann vielleicht mal... aber im Moment lerne ich Chinesisch in Pinyin. Das ist eine vereinfachte Version um die Sprache zu lernen, ohne deren Zeichen, also in unserem standard ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ.
Da es aber so einiges an Zeichen gibt (10'000 ist nur so ein Richtwert) und diese vorallem Betonungslastig sind, werden unsere Zeichen noch mit Betonungszeichen (Zeichenzeichen, überall Zeichen) versehen, davon gibt es 4 offzielle und 1 inoffizieller.
So wird z.B. mein chinesischer Name "Zhu Man Kai", im ersten und zweiten Wort im 4. Ton ausgesproch und das letzte im 3.
Ming bai ma? (Verstanden?)

Wenn nicht heisse ich euch willkommen im selben Boot.
Allerdings habe ich bereits ein Retungsboot gekappert und entferne mich nun langsam von euch.

...Aber eben, jetzt gibt es doch tatsächlich Wörter, die genau gleich geschrieben sind und die genau gleiche Betonung haben, aber etwas anderes bedeuten!!!
Ich meine, da hört doch jedes Verständnis auf oder nicht?!
So kann zum Beispiel "lou" im 2. Ton "Gebäude" und "Stock" heissen.
Oder "jia" im 1. Ton "Familie", oder "Zuhause".
Oder eben "jiu" im 3. Ton "Alkohol" und die Zahl "9".
Nicht auszudenken wäre das Gestürm, wenn es an der Bar einen Drink gäbe welcher "jiu" heissen würde und man von diesem noch gleich 9 Gläser bestellen möchte.

Auf meine Frage hin, was der Unterschied macht zwischen den genau gleich geschriebenen und genau gleich klingenden Wörtern, antwort meine Lehrerin jeweils:
Oh, different Symbol!
Aha!
Also muss ich wohl oder über, früher oder später, hin oder her, doch noch die Zeichen lernen.

PS: Ein kleines ps zum Schluss, heute in 3 Wochen sitze ich im feiji (Flieger) richtung ruishi (Schweiz).

Sonntag, 22. November 2009

Beschilderungswahn


Hier gehts immernoch eisig zu und her.
Und es hat etwas enorm eindrückliches wie schnell die Gewässer in dieser Stadt von einer Eisschicht überdeckt werden. Wo es in der Schweiz einiges unter Null braucht, bis schon nur ein "Glünggli" gefroren ist, passiert das hier bei einem Teich der grösse des Egelsees quasi über Nacht.
So kommt es, dass die Fischer am künstlich angelegten Kanal mit grossen Steinen Löcher in die Eissischt trümmern müssen, um ihrem Hobby immernoch nachgehen zu können.
Und obwohl man aus dieser Einleitung etwas ganz tiefgründiges erwarten könnte wie "du bewegst dich auf dünnem Eis", muss ich in dieser Hinsicht enttäuschen, denn ich habe hier viel interessanteres gefunden als dieses eisbrechende Schild...

...nämlich dieses Schild:


Der "Fresh Air Room", entdeckt in einem Wohnblock.
Da könnte man jetzt einiges drüber spekulieren. Es könnte sich zum Beispiel um einen Raum handeln, wo vom Ministerium für frische Luft empfohlen wird, mindestens 1 mal pro Tag da drin tief Luft holen zu gehen.
Oder vielleicht ist der Raum nur für Taucher.
Oder vielleicht verbirgt sich hinter dieser Tür ein Dschungel, oder eine gefälschte berner Alp.
Oder vielleicht war auch einfach einmal ein chinesischer Architekt in einer europäischen Stadt und hat dort den Begriff "Luftschutzkeller" etwas falsch aufgefasst.
Oder vielleicht erwartet ihr jetzt die Wahrheit meinerseits über diesen Raum, welche ich jedoch nicht liefern kann, da die Tür verschlossen war.
Ich bleib dran!


...dann war da noch dieses Schild:


Entschuldigt die miserable Qualität. Erkennt ihr es?
Dabei handelt es sich um die männlein- weiblein Beschilderung für das jeweilige WC. Aber seht ihr den Trick? Der dazugehörende "Töggu" ist durchgestrichen, wie ein Verbot.
Und jetzt, wo würdet ihr spontan rein gehen um euch eurer Blase oder Darm zu entledigen?
Vielleicht ist die schlechte Qualität des Fotos gar nicht so ungünstig, denn diese Toilette befindet sich in einem Club, wo man halt auch trinkt und so und dann die logische Folge daraus ist, dass man mal Wasserlassen muss und das noch bei eingeschränkter Auffaussungsgabe.
Ich jedenfalls bin natürlich prompt dort rein wo der männliche "Töggu" angeschrieben ist, ohne zu überlegen, dass es sich bei dem Schild ja um ein VERBOTSSCHILD handelt. Eine Busse habe ich zum Glück keine erhalten, ich kam mit einer leichten Verwarnung davon.
Es schien aber als war ich bei weitem nicht der Einzige, der in dieses Vergehen reingerast ist, denn bei einem zweiten Besuch stand bereits eine Angestellte dort, welche die Ankömmlinge von Anfang an artgerechte einteilte.

Montag, 16. November 2009

Nid Spinne!

Ich muss da kurz in die Gerüchteküche eingreifen, denn der Dampfkochtopf fängt schon an zu pfeifen!

Nun, die Dame die neben mir im Theater sass heisst Katharina Peter, ist 39 Jahre alt, das selbsternannte "Mädchen der Botschaft" ("d'meitä") und glücklich verheiratet mit ihrem Mann namens "Torsten".
Nicht das da nicht trotzdem etwas möglich wäre... aber nein!
Dieses ganze Thema ist vorerst für mich schubladisiert und zwar im Register "Z", wie "Zuhinterst".
Also mal schön am Boden bleiben da in den Alpen, ich würd doch nicht schon jetzt mit einer hübschen Chinesin im Gepäck unter dem Tannenbaum auftauchen... ;-)

Apropos Weihnacht, schon den neusten Gossip gehört?
Der alljährlich kommende Weihnachtsmann der schweizer Botschaft in China hat scheinbar seinen Dienst gekündet, es wurde aber ein würdiger Nachfolger gefunden.
Viel konnte man bis anhin nicht über ihn in Erfahrung bringen, er komme von weit her sagt man, seine Stimme sei sehr sanft und für einen Weihnachtsmann sei er etwas gar schlank, sein chinesisch sei auch noch verbesserungsdürftig, jedoch traut man seiner sportlichen Statur unter dem dicken Mantel und dem Kissen als falschen Bauch durchaus zu, ein unartiges Kind im Sack davonzutragen.
Und einer seiner Gehilfen schwört einmal rötliches Haar unter seiner weissen Perücke hervorschimmern gesehen zu haben.

Man darf gespannt sein...

Samstag, 14. November 2009

Alles Theater

Kritik wurde laut!
Kritik, dass nicht mehr ganz so regelmässig ein neuer Blogeintrag auf meinem öffentlichen Tagebuch erscheint.
Dafür möchte ich mich eigentlich nicht entschuldigen, sondern mich erklären.
Da ich mittlerweile nicht schlecht vom pekinger Fahrtwasser erfasst wurde und nun schon quasi in der Mitte des Flusses schwimme, bleibt mir schlicht nicht mehr ganz so viel Zeit zum schreiben, wie es Anfangs mal der Fall war.
Nehmen wir diese Woche als Beispiel.
An keinem Abend kam ich dazu neugeschriebenes zu publizieren, nein moment, stimmt zwar nicht ganz, an einem Abend hatte ich Zeit und prompt fand sich eine neue Geschichte elektronisch per Falschenpost übermittelt.
Aber besucht den Seefahrer im fernen Osten nur weiter, euch tuts gut und mir gibt es ein Hobby.

Übrigens, hier weihnachtets sehr.


Es hat wieder geschneit, saftige 10cm, diesmal vielleicht gar göttlich und nicht chemisch.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so in Weihnachststimmung war. Hat wohl mehrere Gründe, nur noch 4,5 Wochen bis zu meiner ersten Rückkehr, der Schnee, die Kälte und das erste Fondue der Saison.
Wahrhaftig, wir hatten hier das erste Fondue!
Neinnein, kein Hotpot, wie man hier das berühmt, berüchtige "Fondue-chinoise" nennt, nein, so richtig mit Käse, moitiémoitié, Brot in Kirsch getunkt und bei Brotverlust gesungen!
Fehlen nur noch die Geschenke und dann kann Weihnachten kommen.

Jetzt noch eine Frage zum Schluss:
Was haben Schiller und Peking gemeinsam?
Genau, sprachlich verstehen sie sich nicht.
Trotzdem ist es zum 250. Jubiläum von Schiller so, dass er es mit seinem Stück "Kabale und Liebe" nach Peking geschafft hat.
Wir fanden uns also gestern im Theater wieder (in Peking) wo ein deutsches Stück (in Peking), in deutscher Sprache (ja, immernoch in Peking), mit deutschen Schauspielern (PekingPeking), aber mit chinesischen Untertitel (Peking I love you) aufgeführt wurde.
Sehr dramatisch das ganze. Da steckte so viel Drama drin, dass mir die Augen zu gefallen sind. Aber der Schlaf kam nicht vollends über mich, genau wie die Akteure auf der Bühne für ihre Gefühle kämpften, kämpfte ich gegen den Schlaf und, im Gegensatz zu dem Liebespaar der Aufführung, gewann den Kampf.

Mitten in meinem eigenen Kampf blickte ich kurz zu meiner Nachbarin und, man staune, sie hatte den Kampf verloren und war dem Schlaf komplett verfallen. Fehlte nur noch der Sabber an der Lippe und das Bild wäre perfekt gewesen.
Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass sie schon 3 Jahre hier in Peking ist und ein paar chinesische Allüren wohl angenommen hat, so wahrscheinlich diese Gunst immer und überall schlafen zu können.

Und jene Stimmen, die jetzt laut werden und mich als "Banause" betiteln, weil ich während diesem weltberühmten und hochpikanten Stück gegen meinen inneren Sauschlaf ankämpfen musste, kann ich nur sagen, ihr habt ja recht, ein Banause bin ich und langsam noch ein chinesischer dazu.

Montag, 9. November 2009

Pure Lotus

Aufgewachsen in einem Restaurant, und mit Vater und Mutter aus dem Gastgewerbe, fühle ich mich quasi wie verpflichtet und berufen hier ein paar Worte über dieses Metier zu verlieren.

Negativ zuerst.
Die Überlebenschancen von Restaurants in Beijing beträgt in etwa 2 Jahre. Danach wird es entweder einfach stehen gelassen, bis es von verschiedenen Tieren erobert und zerstört wurde, oder es wird, nicht selten vom gleichen Inhaber, niedergemacht und mit neuem Konzept, neuem Schwung, neuem Budget und anders gekleidetem Personal neueröffnet.

Die Palette an "fan guan" wie diese Restaurants zu chinesisch genannt werden (ausgesprochen "fan guan(r)", erstes Wort im vierten Ton, zweites Wort im dritten) ist, wie die Stadt selbst, U-N-E-N-D-L-I-C-H!
Auch beachtlich, es ist einer meiner längsten Aufenthalte im Ausland und ich wurde, entgegen allen brutalen schon im vornherein magenverstimmenden Schauermärchen, von jeglichen Magenverstimmungen bis jetzt verschont (Für jene die es interessiert und somit vielleicht auch begreifen, ich habe soeben meinen Kopf angefasst) und ich habe keine Scheue gezeigt, auch mal am Strassenstand etwas zu essen.

Hier eine kleine Anekdote:
Die Chinesen wissen ja wirklich wie sparen. So kam einer auf die ganz schlaue Idee, das Übermass an Essensresten die es in dieser Stadt gibt zu sammeln, in einen Topf zu schmeissen, mit einer gewöhnlichen Friedhofsgärtnerschaufel selbst in diesen Topf, barfuss versteht sich, hineinzustehen und das Öl abzuschöpfen und billig weiterzuverkaufen zur Wiederverwendung.
Mmmmmhhhhhhh, öl!
Man muss und sollte nicht immer alles wissen was hier abgeht...

Oh, da kommt mir gerade noch eine zweite Anekdote in den Sinn:
Für Hotel gibt es verschiedene chinesische Wörter.
Eines davon lautet "jiudian" (tschiooooooooodiän)!
Dieses Wort besteht aus zwei Wörtern: Jiu und dian. "Jiu" steht für Alkohol und "dian" steht für "shop".
Geht man in ein Hotel hier, wohnt man also in einem Alkoholshop.
Auf meine Frage hin woher denn das komme, meinte meine Lehrerin: Na ja, früher wenn man unterwegs war und müde wurde, dann hielt man Ausschau nach einem Platz zum Schlafen, zum Essen, zum Ruhen und ja... halt auch zum Saufen.

So, der Faden habe ich jetzt vollends verloren, der Sauhund der ist schon über alle Berge.
Wie dem auch sei, was ich eigentlich erzählen wollte ist, letzten Samstag waren wir im besten Restaurant, das ich hier in meiner pekinger Zeit erleben durfte.
Eben, "Pure Lotus" und so, genau, der Name halt.
Das Konzept, simpel. Nämlich, vegetarisch.
Für all jene die es nicht wissen, nein, ich bin kein Vegetarier, oh nein, zwischendurch mal ein "flachgebrätschtes" Wiener-Schnitzel, botztussig, dem steht also kein schlechtes Gewissen im Wege. Aber ich respektiere die Vegetarier, sehr sogar. Und ich werde jeden einzelnen von denen in dieses Restaurant ausführen.
Beim Eingang werden einem als erstes die Hände gewaschen.
Man wird an einem viel zu grossen Tisch geführt, was seinen Grund hat, denn schon nur die Getränkekarte ist ca. 1 Meter breit.
Man kann alles bestellen, Fisch, Schwein und Poulet.
?!?!?
Jaja, weder ich habe mich falsch ausgeschrieben, noch habt ihr die falschen Linsen montiert.
Wir bestellten Fisch, der kam auch, sah auch aus wie Fisch, hatte die Konsistenz von Fisch, war Fisch, aber eben doch nicht. Irgendein MischMasch aus Bohnen, zum Glück KEINEM Tofu, und sonstigem Vegizeugs.
Überall riecht es herrlich frisch, die Musik säuselt einem in den Halbschlaf, alles wird in gezielt ausgelesenen Behältern, Tellern und Schalen serviert, so hat man vor sich eine Muschel als Teller.
Das Highlight, zum Dessert, nebst Schoggi- und Rüeblichueche, ein von Eisrauch rauchnender Topf voller Minimanderindli, die wirklich, aber noch so richtig nach Manderindli geschmeckt haben.
Wie das mit dem Tee funktioniert hat, der in einem Behälter bestehend aus zwei Behältern serviert wurde, wo der eine davon mit dem Wasser darin erhitzt wurde, dieser plötzlich kippte und das heisse Wasser in den wasserlosen Behälter mit den Kräutern floss, dort kurz blieb um am Schluss wieder in den heissen Behälter zurück zu fliessen, damit mag ich euch gar nicht erst plagen.

Zum Abschied bekommt man eine Lotus-Blume geschenkt.
Und übrigens, dieses Restaurant gibt es für pekinger Verhältnisse schon ewigs: satte 5 Jahre.
Ah voilà, und da wär er auch wieder der verlorene Faden.

Donnerstag, 5. November 2009

Let it snow, let it snow, let it snow

Man erinnere sich kurz an meinen letzten Blog Eintrag.
Genau, der Schnee und so.
Die Überraschung war gross, die Freude verteilte sich bei den Leuten so "plus ou moins".

Und was lese ich da plötzlich, notabene noch in einer CH-Zeitung, der Schnee war gar nicht echt!
Also halt, Korrektur, der Schnee war schon echt, aber er fiel nicht natürlich vom Himmel, nein, er wurde dazu genötigt.
Ein paar... ja was sag ich da, "ein paar" ist gut... 400!!! mit Silber-Sulfat gefüllte Raketen wurden gegen Himmel geschickt um die vorbeiziehenden Wolken ein wenig zu kitzeln und zum regnen zu bringen.
Das ist noch gang und gebe, weil hier das Klima äusserst trocken ist und sowieso schon absolute Wasserknappheit herrscht, ja in Beijing gar derart knapp, dass armen umliegenden Dörfern das Wasser diskusionslos abgezapft wird, wird jede passierende, potentiell wassergefüllte und zum regnen bereite Wolke mit diesen Raketen vom Wetterministerium Chinas bombadiert und so zum Wasserlassen motiviert.
Das ganze geht übrigens auch umgekehrt, so gesehen an der Eröffnung der Olympiade:
Raketen für einen klaren Himmel!

Was sie leider von Samstag auf Sonntag nicht berechnet haben, ist der Temperatursturz.
Aus Wasser wurde Schnee.
Aus einem geplanten Segen wurde das unerwartete Chaos.
Schon nur der Fakt, dass Winterreifen hier nicht sehr verbreitet sind, führte zu Unanehmlichkeiten, von der schweren, weissen Last geknickte Bäume versperrten unzählige Strassen, der Flughafen wurde für ein paar Stunden lahmgelegt und etliche Flüge mussten verschoben, oder gar abgeblasen werden.
Das Resultat von diesem Patzer ist ein Schaden in millionenhöhe und trotzdem sind sie elend stolz darauf, dass sie als bisher einziges Land der Natur ihren Job streitig machen können und machen ihr erreichtes auch demnach publik, siehe da, bis zur Mutter Helvetia.

Anfangs war ich über diese Naturbeeiflussung noch geschockt, jetzt sehe ich es schon ein wenig anders, so in etwa wie eine ganz moderne Bewässerungsart.
Hoffe nur, dass sie weiterhin die genau richtige Mischung aus Chemie verwenden, denn scheinbar, wenn diese zu schwer berechnet würde, fällt sie zu Boden, auf des Passanten seinen Kopf und lässt ihm die Haare ausfallen und ein drittes Ohr am Bauchnabel wachsen.
Sollte es soweit kommen, wäre es dann wohl wiederum die Natur, welche sich ins Fäustchen lacht.

Montag, 2. November 2009

It's gettin' cold in the kempinski

Der Titel lässt vieles erraten.
Zum einen ist die vollends gelungene Einweihungsparty meiner 4 und mehr Wänden überstanden. Die Leute hatten ihren Spass und ich hatte vorallem eine grosse Rechnung.
Das war ein Witz! EIN WITZ!
Wir hatten alle unseren Spass, so auch ich, trotz Rechnung, es wurde in einem atemberaubenden und tinitusbeschwörendem Pegel diskutiert und gelacht, in einer beachtlichen Geschwindigkeit getrunken und in einer nicht minder eindrücklichen Art und Weise alles bereitgestellte Essen zu Nichte gemacht. Alles blieb anständig, so hat auch niemand gekotzt, oder wenigstens nicht bei mir. Und plötzlich war es zwei Uhr morgens, über die Hälfte der Gäste nach wie vor in der Wohnung, welche ich geschickt mit dem Vorschlag in den Ausgang zu gehen von einer noch längeren Bleibe abhalten konnte.

(Mit denen zwei links auf dem Bild ist nicht zu spassen... mit dem rechts schon eher)

Zum anderen...
Dann kam der Schnee!
Das glaubt mir jetzt wohl niemand oder?!
Trotzdem dass ich am anderen Ende der Welt verweile, ist es mir, in enger Zusammenarbeit mit Wasser und Kälte, gelungen den Schnee in den Niederungen noch vor euch zu spüren.
Beijing war weiss!!!
Und es kam ziemlich plötzlich. Am Samstag noch draussen im T-Shirt Tennisgespielt, am Sonntag bei Minusgraden durch den knarrenden Schnee gewatschelt.
Der Herbst wurde hinterhältig hintergangen, betrogen und schlicht vergessen.
Darunter litten vorallem die Bäume, welche noch gar nicht dazu gekommen sind ihre Blätter abzuschütteln und somit viele von diesen Artgenossen ihre Ärmchen dem Schicksal überlassen mussten.

Für mich ganz speziell komisch daran ist das Bild der eingehüllt und vermummten Asiaten.
Bis anhin war ich immer in warm, bis äusserst heissen asiatischen Ländern unterwegs und beobachtete dabei auch ausschliesslich demnach bekleidete Asiaten, hier aber plötzlich begegne ich auf der Fahrradspur fahrenden Winterkleidersortimenten aus einem Schaufenster, getragen von einem munzigen Asiaten alleine.
Schon mal einen Chinesen in einer fetten Helly Hansen Daunenjacke gesehen?
Nicht?!
Kein Wunder, den sieht man dann auch nicht mehr, das ist nur noch Jacke.

Zu guter Letzt...
In letzter Zeit ist es kalt im EDA.
Es spuckt fast ein wenig, denn seit gut einer Woche werden wir von einem "Virus" (*huch* "jessesgott") geplagt.
Einige von euch haben mich schon darauf angesprochen, ob wir hier davon betroffen sind und ob ich dadurch sonderlich gefordert werde.
Nun, ja wir sind betroffen, ziemlich sogar, letzten Freitag hatten wir wegen dieser Supermade die in unseren System rumspuckt einen Komplettausfall aller Systeme. Mir wurde dann natürlich auch die Bude eingerannt und ich hab getan was ich konnte, bis alles wieder lief.
Klingt jetzt sehr heroisch, aber machen konnte ich nicht viel, und das Wenige dann auch nur in Zusammenarbeit mit Bern, welche ich aus ihren Träumen reissen musste.
Leider kann ich euch nicht viel über dieses Ding und seinen Zweck erzählen, wahrscheinlich wisst ihr von Tagesschau und Zeitung mehr als wir hier und was ich mehr wüsste, aber nicht tue und somit dieser Satz so überflüssig ist wie der Herbst bei den Jahreszeiten, dürfte ich es euch natürlich nicht sagen.
Aber die Küche der Gerüchte brodelt natürlich in die Höhe bis es Spritzflecken gibt, da wurde schon alles beigemischt, über Spionageattacke, bis zur Lybien-Affäre.

Gegen Mitte dieser Woche haben sie wieder einen Temperaturanstieg von 10 Grad prognostiziert, mal schauen, vielleicht bekommen unsere erkälteten Systeme auch etwas davon ab.